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Sommertheater

DER MENSCHENFEIND (FRISCH VERLIEBT)

Fr, 23.08.2019 - Sa, 31.08.2019
Wiener Lustspielhaus

DER MENSCHENFEIND (FRISCH VERLIEBT)

„Etwas Wienerisches für die Wiener und Wienerinnen zu schaffen, das typisch ist und unterhaltend, leicht, aber trotzdem voller Qualität, eine Geschichte aus und für Wien, ein Fest für die Wiener Komödie und ihr Publikum“, so lautete die Vision, die Gründer und Intendant des Wiener Lustspielhauses, Adi Hirschal, 2004 zum ersten Mal in die Tat umsetzte. Das Rezept auf den Punkt gebracht: Klassische Literatur – ins Wien von heute übertragen.

Und das Rezept zeigte unglaublichen Erfolg. Innerhalb der letzten 15 Jahre haben insgesamt knapp 230.000 Gäste das inzwischen zur Institution gereifte Wiener Lustspielhaus besucht. Die Wienerinnen und Wiener lieben ihr Theater Am Hof! Eine große Liebe, die auf absoluter Gegenseitigkeit beruht... heuer bereits zum 16. Mal!

Die klassische Komödie

In seiner 16. Spielzeit widmet sich Adi Hirschal wieder einem Komödienklassiker der Weltliteratur: Nach dem großen, letztjährigen Erfolg von „Der eingebildete Kranke, neu verschrieben“ fällt die Wahl für das heurige Stück erneut auf Molière, auf „Der Menschenfeind“. Autor Max Gruber hat den Klassiker abermals in die Gegenwart und nach Wien verlegt und nimmt in seiner sehr freien Adaption den Kunstbetrieb aufs Korn, der eine dankbare Bühne für die Darstellung menschlicher Schwächen jeglicher Ausprägung abgibt. Adi Hirschal übernimmt in der aktuellen Produktion neben der künstlerischen Gesamtleitung auch die Titelrolle.

Die ewigen Fragen des Menschlich-Mitmenschlichen

In der Kunstgalerie von Caroline wird ein Charity-Event gefeiert. Wer etwas auf sich hält, muss dabei sein. Nur Konstantin, der bis über beide Ohren in die Gastgeberin verliebt ist, flüchtet in einen Nebenraum. Die Oberflächlichkeit, Selbstverliebtheit und Eitelkeit der „Schickimicki“-Gesellschaft sind dem scharfen Zeitkritiker ein Gräuel. Nichts als Heuchelei, Unaufrichtigkeit und Fake News, wohin er auch schaut. Konstantin will dem vergnügungssüchtigen Partyvolk den Spiegel vorhalten, die Wahrheit ins Gesicht schleudern: dass es zur Kunst im Grunde keinen Zugang hat – und ihn auch nicht sucht. Konstantin ist ein hoffnungsloser Idealist. Ein Misanthrop, der die Menschen liebt - "nur die Leut‘ hält er nicht aus"... Vor allem jene, die Caroline umschwärmen, die den strahlenden Mittelpunkt, die heimliche Herrscherin des Abends bildet - und die Konstantin an Witz, Schlagfertigkeit und Scharfzüngigkeit um nichts nachsteht. Nur dass sie, im Gegensatz zu Konstantin, auf menschliche Schwächen mit Nachsicht, Gelassenheit und raffiniertem Charme zu reagieren weiß. Die glänzende Netzwerkerin versteht es, sich ihre Lebensfreude nicht verderben zu lassen und die Eitelkeit ihrer Gäste und deren Hang zu Selbstdarstellung für einen guten Zweck zu nützen. Was Konstantin durch einen kleinen Fehltritt beinahe vereitelt... Um den Abend zu retten und Caroline nicht zu verlieren, muss er über seinen Schatten springen und ein völlig neues Bild von zeitgenössischer Kunst und auch Lebenskunst gewinnen.

Die Genialität von Molières Vorlage besteht darin, ewige Fragen des Menschlich-Mitmenschlichen in die „Beziehungskiste“ zweier Liebender zu legen, deren Weltsicht und Menschenbild unterschiedlicher nicht sein könnten. Molière beweist im „Menschenfeind", dass es hier kein richtig oder falsch gibt, sondern nur ein turbulentes, immer neu zu erringendes, erstreitendes, Miteinander. Zu Molières Zeiten, wie auch im Jahr 2019, im Leben wie auf der Bühne.

Besetzung

Konstantin, Kunstexperte für alte Meister (Adi Hirschal)
Caroline, Galeriebesitzerin, Salonière (Sonja Romei)
Elly, Carolines Cousine und rechte Hand (Bettina Schwarz)
Philipp, Freund und Anwalt Konstantins (Christian Strasser)
Oronte, Maler (Florian Haslinger)
Ariane, Junggaleristin (Julia Jelinek)
Taxifahrer/Kellner (Thomas Mahn)

Wiener Lustspielhaus

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Wiener Lustspielhaus
Am Hof 5 1010 Wien