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Theater

DIE STRUDLHOFSTIEGE

So, 17.11.2019
Theater in der Josefstadt

Die Strudlhofstiege - Urauffühung

Heimito von Doderer / Nicolaus Hagg

Bühnenbearbeitung von Nicolaus Hagg

Auf die Strudlhofstiege zu Wien
Wenn die Blätter auf den Stufen liegen herbstlich atmet aus den alten Stiegen was vor Zeiten über sie gegangen. Mond darin sich zweie dicht umfangen hielten, leichte Schuh und schwere Tritte, die bemooste Vase in der Mitte überdauert Jahre zwischen Kriegen.
Viel ist hingesunken uns zur Trauer und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.

Heimito von Doderer

Wohin geht eine Welt, wenn sie untergeht? Wohin weicht ihr Urgrund? Oder härtet er vielleicht aus in den Menschen, die den Untergang durchleben?
Die Strudlhofstiege gehört zu den berühmtesten ungelesenen Büchern der Weltliteratur. Schade. Denn sie ist ein wahrhaftiges, ein großes Stück Weltliteratur. Sie ist ein Stück österreichischer Geschichte und zutiefst österreichischer Geschichten. Sie entführt uns in die Tiefe der Jahre, die mehr ist als nur die Vergangenheit. Diese Tiefe hat immer etwas von einem Abgrund, einem Schlund, der uns, die Leser, abstürzen lässt oder hineinzieht. Dieser Abgrund ist der Erste Weltkrieg, an dessen Kippe wir zu Beginn des Romans stehen und an dessen republikanischen Auswirkungen – den Abgrund quasi überspringend – wir uns im zweiten Teil des Romans befinden. Aber nur der Leser springt leichtfüßig. Der nachgeborene Leser. Doderers Strudlhofstiege handelt von jungen Menschen, die um eine Gegenwart ringen. Überlebende, die nicht wissen, dass ihr Überleben – zwangsläufig – in den nächsten Abgrund führt.
Die Strudlhofstiege im 9. Wiener Bezirk ist mehr als nur der Mittelpunkt dieses Jahrhundertromans. Sie pirouettiert sich vom Vorher, vom scheinbar längst Vergangenen, in eine ungewisse, feindliche Gegenwart. Vielleicht ist sie ein Symbol: Sie wurde gebaut, um die "G’stetten" zu überwinden, die dort 1910 noch "geblüht" hat. Vielleicht wurde der Roman geschrieben, um die G’stetten zu überschreiben, die dieser Krieg in den Köpfen und Herzen der Menschen hinterlassen hat, die Heimito von Doderer in größter autobiografischer Selbstentäußerung in diesem Roman schildert.
Nicolaus Hagg

Regie
Janusz Kica

Bühnenbild und Kostüme
Karin Fritz

Musik
Matthias Jakisic

Dramaturgie
Barbara Nowotny / Matthias Asboth

Licht
Manfred Grohs

Major Melzer, Amtsrat in der österreichischen Tabakregie
Ulrich Reinthaller

Major Laska
Roman Schmelzer

Etelka von Stangeler
Pauline Knof

Asta von Stangeler
Swintha Gersthofer

René von Stangeler
Martin Vischer

Oberbaurat von Stangeler, deren Vater
Michael König

Rittmeister von Eulenfeld
Dominic Oley

Paula Pichler
Alma Hasun

Editha/Mimi Pastré
Silvia Meisterle

Konsul Grauermann, Ehemann Etelkas
Matthias Franz Stein

Generalkonsul Fraunholzer, Etelkas Geliebter
Igor Karbus

Thea Rokitzer, Geliebte des Rittmeisters von Eulenfeld
Marlene Hauser

Teddy von Honnegger
Alexander Absenger

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Theater in der Josefstadt
Josefstädter Straße 26 1080 Wien