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Oper

LA GAZZA LADRA

Mi, 16.11.2022 - So, 27.11.2022
Theater an der Wien (im Museumquartier Halle E)

Einführungsmatinee: So, 06.11.2022, 11h
Premiere: Mi, 16.11.2022, 19h
Spielzeitraum: 16.11.-27.11.2022

Aufgrund von Generalsanierung 
finden die Produktionen des Theater an der Wien
bis zur Saison 2024/25 in der Halle E
mitten im MuseumsQuartier statt.

Opera Semiseria in zwei Akten von Gioachino Rossini
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Aufführungsbeginn


Libretto von Giovanni Gherardini

Ein gefiederter Dieb, ein unschuldig zum Tode verurteiltes Dienstmädchen sowie ein korrupter Machtpolitiker – das sind die Protagonist*innen der ernsthaft-komischen Oper Rossinis, deren Ouvertüre mit Trommelwirbeln und Oboensolo zu den berühmtesten Stücken der Musikgeschichte zählt.La gazza ladra (Die diebische Elster) spielt in einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche. Als Ninetta beschuldigt wird, Silberbesteck gestohlen zu haben, rückt eine Verkettung unglücklicher Umstände das durch die Operngattung „semiseria“ in Aussicht gestellte Happy End zunächst in weite Ferne. Was ist das für eine Welt, in der man für den vermeintlichen Diebstahl eines Löffels hingerichtet werden kann? Mit Rossinis 1817 uraufgeführter Oper debütiert der europaweit erfolgreiche Regisseur Tobias Kratzer in Wien und spürt der Unsicherheit von Menschen in einer politisch und sozial destabilisierten Welt nach.

Handlung

1. Akt Im Hause der Familie Vingradito herrscht reges Treiben, denn man erwartet die Heimkehr des Sohnes Giannetto aus den napoleonischen Kriegen. Währenddessen treibt eine kecke Elster ihr Unwesen. Das Dienstmädchen Ninetta hat an diesem Tag doppelten Anlass zur Freude, denn einerseits handelt es sich bei Giannetto um ihren Geliebten, andererseits hat sich auch ihr Vater Fernando angekündigt. Von Giannettos Mutter Lucia wird sie ermahnt, gut auf das kostbare Silberbesteck achtzugeben, da schon einmal eine Gabel verschwunden sei. – Bei Giannettos Rückkehr wird ein kleines Fest gefeiert. Als Ninetta allein zurückbleibt, erscheint auch ihr Vater Fernando. Doch die Freude währt nur kurz: Er ist vom Militär desertiert, dafür zum Tode verurteilt worden und wird nun steckbrieflich gesucht. Um an Geld zu kommen, gibt er ihr sein Silberbesteck und bittet sie, es in seinem Namen zu verkaufen. Die beiden werden durch den in Ninetta verliebten Bürgermeisters unterbrochen, der seine Annährungsversuche einstellen muss, als ihm ein gerichtliches Schreiben übergeben wird. Da der Bürgermeister seine Brille vergessen hat, muss ihm Ninetta den Brief vorlesen. Rasch erkennt sie, dass es sich um den Steckbrief ihres Vaters handelt und verfälscht beim Lesen die Beschreibung. Fernando kann somit entkommen, allerdings gerät er zuvor noch mit dem Bürgermeister in Streit, da dieser sich wieder an Ninetta heranmacht. Währenddessen fliegt die Elster heran, stiehlt unbemerkt einen Silberlöffel der Vingraditos vom Tisch und fliegt davon. Ninetta verkauft das Besteck ihres Vaters an den Händler Isacco und verbirgt das Geld in einem Taschentuch. Dem Bauernjungen Pippo erzählt sie, dass sie wegen Geldsorgen ein paar Kleinigkeiten verkauft habe. Die Familie Vingradito bemerkt schnell, dass ein Löffel fehlt. Der Bürgermeister nimmt diesen Tatbestand auf und erfährt dabei zufällig, dass der steckbrieflich gesuchte Mensch kein anderer als Ninettas Vater ist. Ninetta kann daraufhin die Tränen nicht mehr zurückhalten, und beim Herausholen ihres Taschentuchs fällt das Geld zu Boden. Pippo plaudert aus, dass Ninetta ein paar Gegenstände verkauft habe – die Indizien sprechen dafür, dass das Dienstmädchen das kostbare Besteck gestohlen hat. Der Bürgermeister triumphiert, hat er doch nun Ninetta in seiner Hand und kann sich für ihre Zurückweisung und das in seinen Augen unverschämte Verhalten ihres Vaters rächen. Ninetta wird festgenommen und muss das Schlimmste befürchten: Auf Hausdiebstahl steht die Todesstrafe.

2. Akt Ninetta sitzt im Gefängnis ein und wird von Giannetto angefleht, die ganze Wahrheit zu erzählen. Doch Ninetta hat Angst, dadurch ihren immer noch steckbrieflich gesuchten Vater in Gefahr zu bringen. Der Bürgermeister schlägt Ninetta einen Handel vor: die Freiheit gegen einen Kuss. Entrüstet lehnt Ninetta ab. Als dritter Besucher erscheint Pippo, dem Ninetta aufträgt, ihr Kreuz zu verkaufen und das Geld in dem Kastanienbaum vor dem Haus der Familie Vingradito zu verstecken. Dort wollte sie eigentlich das Geld für ihren Vater verstecken, bevor sie ins Gefängnis geworfen wurde. Lucia Vingradito ist erschüttert von Ninettas Schicksal und berichtet Fernando von der Inhaftierung seiner Tochter. – In der Gerichtsverhandlung wird Ninetta zum Entsetzen aller wirklich zum Tode verurteilt. Sie weigert sich immer noch, die Wahrheit preiszugeben und dadurch ihren Vater in Gefahr zu bringen. Dieser erscheint nun jedoch selbst vor Gericht, um Ninetta beizustehen. Als man seine Identität feststellt, wird er festgenommen. – Ninettas Exekution steht bevor. Als Pippo das Geld in der Kastanie versteckt, schnappt sich die Elster ein Goldstück und fliegt davon. Pippo nimmt die Verfolgung auf und entdeckt beim Durchsuchen des Elsternnestes nicht nur das Goldstück, sondern auch den Silberlöffel der Familie Vingradito. Gemeinsam eilen alle zum Richtplatz, um die Vollstreckung des Urteils zu verhindern. Ninetta wird nun offiziell begnadigt und als schließlich auch ihr Vater durch einen königlichen Erlass rehabilitiert wird, löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Besetzung

Musikalische Leitung                 Antonino Fogliani
Inszenierung                              Tobias Kratzer
Bühne und Kostüm                    Rainer Sellmaier
Licht                                            Michael Bauer
Video                                          Manuel Braun
Video                                         Jonas Dahl
Dramaturgie                              Bettina Bartz

Fabrizio Vingradito                   Fabio Capitanucci
Lucia                                          Marina de Liso
Giannetto                                  Maxim Mironov
Ninetta                                      Nino Machaidze
Fernando Villabella                  Paolo Bordogna
Gottardo                                   Nahuel Di Pierro
Pippo                                        Diana Haller
Isacco                                       Riccardo Botta

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor (Leitung: Erwin Ortner)

Juniorenermäßigung bis zum 16. Lebensjahr (nur gültig in Verbindung mit einem Erwachsenenticket)!

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Theater an der Wien (im Museumquartier Halle E)
Museumsplatz 1 1070 Wien