© E. Larrayadieu
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Oper konzertant

PSYCHÉ - THEATER AN DER WIEN

Do, 27.01.2022
Theater an der Wien

PSYCHÉ

Konzertante Aufführung in französischer Sprache

Tragédie lyrique in einem Prolog und fünf Akten (1678)
Musik von Jean-Baptiste Lully
Libretto von Thomas Corneille und Bernard Le Bovier de Fontenelle


Der Dichter Apuleius (123 - ca. 170 n.Chr.) machte Amor und Psyche in seinen Metamorphosen – heute auch unter dem Titel Der goldene Esel bekannt – zu Hauptfiguren im einzigen vollständig erhaltenen Roman der römischen Antike. Da keine griechische Vorlage bekannt ist, dürfte es sich um Apuleius’ eigene Schöpfung handeln, und für einmal endet eine Metamorphose uneingeschränkt glücklich. Im barocken Paris wandte sich Molière der Geschichte zu und arbeitete 1671 am Tragédie-ballet Psyché, für die sein langjähriger musikalischer Partner Lully die Musik komponieren sollte. Molière stand unter Zeitdruck und engagierte die Dichter Pierre Corneille und Philippe Quinault dazu, die ihm beim Libretto helfen sollten. Es kam aber zum Bruch zwischen Molière und Lully, der fortan mit Quinault als Librettisten arbeitete. Nach Molières Tod 1673 griff Lully den Stoff erneut auf. Corneilles jüngerer Bruder Thomas, der damals selbst ein bekannter Dichter war, und der Frühaufklärer Fontenelle kürzten das Stück, wandelten die starren Alexandriner des gesprochenen  Dialogs in rezitativtaugliche Verse um und erstelltenso eine neue Textvorlage. Sie änderten für die Tragédie lyrique auch  Molières Handlung: Venus intrigiert gegen die sterbliche Psyché, die sich daraufhin aus Gram und Liebeskummer in einen Fluss stürzt. Auf Geheiß Jupiters aber darf Psyché in den Himmel aufsteigen, wo sie mit  Amor ewige Liebe erlebt. Über den Erfolg der Uraufführung in der Pariser Oper gehen die historischen Zeugnisse gravierend auseinander. Die Zeitschrift Le Mercure galant beschreibt die Oper als ein weiteres perfektes Werk von Lully. Dieser Aussage kann misstraut werden, denn Librettist Thomas Corneille war einer der Herausgeber des Mercure. Die Brüder Parfaict wiederum, bedeutende Theaterhistoriker des 18. Jahrhunderts, sprachen voll Verachtung von Psyché. Als Bewunderer von Quinault dürfte ihr Urteil aber großteils in ihrer Ablehnung von Thomas Corneille begründet liegen. Lullys Psyché wurde aufgrund dieser Haltung lange Zeit übersehen, erst im 21. Jahrhundert wandten sich Dirigenten diesem außergewöhnlichen Werk Lullys zu, in dem neben der obligaten Huldigung an den Sonnenkönig auch der satirische Geist des späten Molières steckt.

 

MUSIKALISCHE LEITUNGChristophe Rousset
PSYCHÉAmbroisine Bré
VÉNUSBénédicte Tauran
AGLAUREDeborah Cachet
AMOURCyril Auvity
MERCURERobert Getchell
MARSEdwin Crossley-Mercer
JUPITERPhilippe Estèphe
APOLLONNicholas Scott
FLOREEugénie Lefebvre
ORCHESTERLes Talens Lyriques


Juniorenermäßigung bis zum 16. Lebensjahr!

 

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Theater an der Wien
Linke Wienzeile 6 1060 Wien